Linus, Musikjournalist, aus Köln empfiehlt „Neujahr“ von Juli Zeh.

Bei meiner Mutter gesehen, reingelesen und solange gequengelt, bis ich es zum Geburtstag bekam. Dachte, Juli Zeh sei so mittelguter Feuilleton-Porn für Leute mit Kamin. Aber was ein hochverdichteter Text, der die ganze lebensgedämpfte, heteronormative Kleinfamilie beiläufig seziert. Ein Familienvater auf Lanzarote mit seinem Fahrrad. Er begegnet seiner Vergangenheit, während parallel alle Gewissheiten einstürzen. Die kühle, schonungslose Sprache macht mich ganz wuschig. Ein rasend tolles Buch.

Juli Zeh. Neujahr. 2018